Shikata ga nai - Die Gelassenheit der Japaner

Der Westen wundert sich. Ein Volk wird von Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe heimgesucht und verhält sich dennoch gesittet. Shikata ga nai, es ist nicht zu ändern. Buddha ist der Tathagata, der aus der Soheit gekommene. So ist es, sprach Buddha Gautama am Morgen seiner Erweckung. So ist es. Es ist nicht zu ändern. Und der Westen wundert sich. Gefühlslosigkeit wird den Japaner vorgeworfen, es herrsche eine unwirkliche Ruhe.

Was ändert denn jeweils die Panikmache des westlichen Menschen? Was ändert denn Geschrei? Hysterie? Ich meinerseits verstehe die Verwunderung der westlichen Medien nicht. Worüber wundern sie sich? Dass Menschen ihr Schicksal würdevoll ertragen? Natürlich empfinden sie Leid und Schmerz und Verzweiflung und Angst, dennoch können sie ihren Alltag weiter bewältigen. Ein resilientes Volk.

Der Westen wundert sich, anstatt zu verstehen, dass es Völker gibt, die aufgrund  jahrhundertealter Erkenntnisse in ihrer geistigen Entwicklung fortgeschritten sind und von ihnen zu lernen. So wie andere Menschen von Europa gelernt haben.

Im Zeitalter der Vernetzung der Welt muss es uns ein Anliegen sein, uns gegenseitig zu unterstützen und zu helfen, voneinander zu lernen, um die Menschheit zu vervollkommnen. Ich glaube an das buddhistische Weltbild, dass alle Menschen erwachen werden zur Wahrheit und zur Freiheit hin.

Möge sich der Westen wundern, nachdenken, erkennen und lernen.

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