Trauer um Michael Jackson
Michael Jacksons Tod wurde auf der ganzen Welt betrauert. Weinend
lagen sich die Fans in den Armen, Kerzen und Blumen überall. Die
Plattenverkäufe schnellten in die Höhe, seine Neverlandranch bringt
doch noch Geld ein. Warum kaufen die Menschen jetzt seine CDs, wo er
gestorben ist? Was macht es für einen Unterschied, ob er lebt oder
nicht für all die Menschen, die ihn nicht gekannt haben? Seine Kinder
haben einen Vater verloren, die Familie ihren Bruder und Sohn, aber die
anderen? Was haben sie denn verloren? Weshalb diese kollektive Trauer?
Um wen trauern sie überhaupt?
Jeden Tag sterben Tausende von
Menschen gequält, gefoltert, verfolgt, verhungert. Diese Tode vermögen
keine Massen zu mobilisieren, selbst wenn man Einzelschicksale bekannt
macht. Denn dieses Sterben ist der Tod der Armen und Unterdrückten, der
Tod der Sterblichen. Doch der Mensch sehnt sich nach Unsterblichkeit.
Wenn
Michael Jackson stirbt, wird die eigene Sterblichkeit bewusst und
gegenwärtig. Wenn er sterben muss, dann ist tatsächlich alles
vergänglich.